Fleischwolf Nr. 12, 22 oder 32: Welche Größe braucht Ihr Betrieb?
Die Nummer am Fleischwolf ist keine Leistungsangabe, sondern eine Baugröße. Was Nr. 12, 22 und 32 bedeuten, welche Größe zu welchem Betrieb passt und warum die Entscheidung über Jahre Ihre Ersatzteilkosten bestimmt.
Wer einen gewerblichen Fleischwolf sucht, stolpert sofort über die Nummern: Nr. 12, Nr. 22, Nr. 32. Viele halten das für eine Leistungsangabe – das ist es nicht. Die Zahl beschreibt eine Baugröße, und sie entscheidet darüber, welche Messer und Lochscheiben auf Ihr Gerät passen. Diese Entscheidung treffen Sie einmal und leben damit, solange die Maschine läuft.
Was die Nummer tatsächlich bedeutet
Die Größenbezeichnung stammt aus dem Fleischereibedarf und beschreibt den Durchmesser des Schneidsatzes – also der Lochscheibe, durch die das Fleisch gepresst wird, und des Kreuzmessers, das davor sitzt. Je größer die Nummer, desto größer der Querschnitt und desto mehr Material geht pro Umdrehung durch.
| Größe | Durchmesser der Lochscheibe | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Nr. 5 | 53 mm | Haushalt, Hausschlachtung |
| Nr. 8 | 62 mm | Haushalt, kleine Mengen |
| Nr. 12 | 70 mm | Imbiss, Restaurantküche, kleine Metzgerei |
| Nr. 22 | 82 mm | Metzgerei, Gastronomie mit Eigenproduktion |
| Nr. 32 | 98 mm | Große Metzgerei, Produktion, Industrie |
Die Größen 10 und 12 sind beim Schneidsatz identisch – beide liegen bei 70 mm. In Katalogen tauchen deshalb oft beide Bezeichnungen für dasselbe Teil auf.
Warum die Größe über Ihre Ersatzteilkosten entscheidet
Lochscheiben und Kreuzmesser sind Verschleißteile. Sie werden stumpf, und ein stumpfer Schneidsatz quetscht das Fleisch, statt es zu schneiden – das Ergebnis wird breiig, die Maschine läuft heiß, und der Motor arbeitet gegen einen Widerstand, für den er nicht gebaut ist. Je nach Auslastung sind das mehrere Wechsel im Jahr.
Diese Teile sind nicht zwischen den Größen austauschbar. Eine 82-mm-Scheibe passt in kein Nr.-12-Gehäuse, und umgekehrt sitzt eine 70-mm-Scheibe in einem Nr.-22-Gehäuse lose und unbrauchbar. Mit der Baugröße legen Sie also fest, welche Ersatzteile Sie für die gesamte Lebensdauer kaufen.
Praktisch heißt das: Wenn Sie bereits einen Wolf im Betrieb haben und ein zweites Gerät anschaffen, ist es ein handfester Vorteil, bei derselben Größe zu bleiben. Dann teilen sich beide Maschinen denselben Vorrat an Scheiben und Messern, und Sie brauchen nicht zwei getrennte Ersatzteilsätze im Regal.
Welche Größe zu welchem Betrieb passt
Nr. 12 – für den täglichen Bedarf einer Küche
Die kleinste gewerbliche Baugröße. Sie passt für Betriebe, die regelmäßig, aber in überschaubaren Mengen wolfen: Restaurantküchen mit eigener Hackfleischzubereitung, Imbisse, die Köfte oder Burgerpatties selbst machen, kleine Metzgereien, Hofläden. Als Richtwert liegt der Durchsatz hier bei rund 100 Kilogramm pro Stunde – das deckt einen normalen Küchenbedarf mühelos ab.
Der praktische Vorteil liegt bei Gewicht und Platz. Ein Nr.-12-Gerät wiegt deutlich weniger als die größeren Baugrößen, lässt sich auf einem Tisch aufstellen und bei Bedarf umsetzen.
Nr. 22 – die gängigste Größe im Handwerk
Nr. 22 ist die Baugröße, die in den meisten Metzgereien steht, und das aus gutem Grund: Sie schafft mit rund 400 Kilogramm pro Stunde ein Mehrfaches der kleinen Variante, bleibt aber von den Abmessungen her ein Gerät, das in eine normale Produktionsküche passt. Für Betriebe, die täglich wolfen – Metzgereien, Partyservice mit eigener Produktion, Gastronomie mit hohem Hackfleischanteil – ist das in der Regel die richtige Wahl.
Weil Nr. 22 so verbreitet ist, ist auch die Ersatzteilversorgung am besten. Lochscheiben in allen Lochungen, Kreuzmesser, Vorschneider – das bekommen Sie in dieser Größe bei jedem Fachhändler kurzfristig.
Nr. 32 – wenn gewolft wird, nicht nur gelegentlich
Die Produktionsgröße. Rund 600 Kilogramm pro Stunde, entsprechend größerer Motor, entsprechend schwerer. Sinnvoll ist das für Betriebe, bei denen Wolfen ein eigener Arbeitsgang im Tagesablauf ist: größere Metzgereien, Lebensmittelproduktion, Großküchen mit eigener Fleischverarbeitung.
Bei dieser Größe lohnt ein zweiter Blick auf das Gewicht. Ein Nr.-32-Gerät wiegt 65 Kilogramm und mehr. Es wird einmal aufgestellt und bleibt stehen – planen Sie den Platz und den Stromanschluss entsprechend, bevor Sie bestellen.
Die Variante mit Kühlung
Bei Dauerbetrieb entsteht im Schneidsatz Reibungswärme. Das Fleisch erwärmt sich dabei, und für die Produktqualität ist das ein Problem: Warmes Fleisch verliert Bindung, das Fett schmiert, und die Haltbarkeit sinkt. Wer über Stunden wolft, kennt den Effekt.
Geräte mit integrierter Kühlung halten die Temperatur im Arbeitsbereich niedrig. Für einen Betrieb, der einmal am Tag zwanzig Kilo durchlässt, ist das überflüssig. Für einen, der im Durchlauf produziert, ist es der Unterschied zwischen verkaufsfähiger und zweitklassiger Ware.
Was neben der Baugröße zählt
- Stromanschluss: Die größeren Baugrößen brauchen Starkstrom. Prüfen Sie, was am geplanten Standort anliegt – ein Drehstromanschluss lässt sich nicht nebenbei nachrüsten.
- Zerlegbarkeit: Der Schneidsatz muss sich werkzeuglos herausnehmen lassen. Alles, was verschraubt ist, wird im Alltag seltener gereinigt, als es sollte.
- Material: Edelstahl an allen Teilen mit Lebensmittelkontakt. Lackierte Gehäuse platzen an den Kanten ab, und darunter rostet es.
- Rückwärtslauf: Bei Sehnen und Blockaden hilft es, den Schneidsatz kurz rückwärts laufen zu lassen, statt die Maschine zu zerlegen.
- Standfestigkeit: Ein Wolf, der bei voller Last wandert, ist ein Sicherheitsrisiko. Gummifüße und Eigengewicht sind hier kein Nachteil, sondern Funktion.
Der häufigste Fehler beim Kauf
Zu klein kaufen. Die Rechnung sieht auf dem Papier gut aus: Der Betrieb braucht heute 30 Kilo am Tag, also reicht die kleine Maschine. Was dabei untergeht, ist die Belastung. Ein Gerät, das dauerhaft an seiner Leistungsgrenze läuft, wird heiß, verschleißt schneller und fällt irgendwann mitten in der Produktion aus – meist dann, wenn es am wenigsten passt.
Die umgekehrte Fehlentscheidung – zu groß kaufen – kostet mehr in der Anschaffung, aber sonst nichts. Ein Nr.-22-Wolf, der mit halber Last läuft, hält einfach länger. Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken und der Bedarf wächst, ist die größere in den allermeisten Fällen die ruhigere Entscheidung.
Kurz zusammengefasst
- Die Nummer ist eine Baugröße, keine Leistungsangabe – sie beschreibt den Durchmesser von Lochscheibe und Messer.
- Schneidsätze sind zwischen den Größen nicht austauschbar. Die Wahl legt Ihre Ersatzteile für die gesamte Nutzungsdauer fest.
- Nr. 12 für Küche und Imbiss, Nr. 22 für Metzgerei und tägliche Produktion, Nr. 32 für große Mengen im Durchlauf.
- Haben Sie schon einen Wolf im Betrieb, sprechen gute Gründe dafür, bei derselben Größe zu bleiben.
- Im Zweifel die größere Maschine – sie läuft entspannter und hält länger.
In unserem Sortiment finden Sie alle drei Baugrößen aus Edelstahl: den BKM.12 Fleischwolf Nr. 12 mit rund 100 kg/h, den BKM.22 Fleischwolf Nr. 22 mit rund 400 kg/h, den BKM.32 Fleischwolf Nr. 32 mit rund 600 kg/h sowie den BKM.32S mit digitaler Kühlsteuerung für den Dauerbetrieb. Weitere Geräte für die Lebensmittelverarbeitung finden Sie in der Kategorie Küchenmaschinen.
Sie sind unsicher, welche Größe zu Ihrem Betrieb passt? Schreiben Sie uns kurz, was Sie täglich verarbeiten – wir sagen Ihnen ehrlich, ob die kleinere Maschine reicht. Für Gewerbekunden erstellen wir individuelle Angebote mit Staffelpreisen.


